CooMeet im Test: Teure Video-Dates oder nur eine weitere Kostenfalle aus Belize?
Wenn ich das Wort „Videochat“ höre, denke ich normalerweise an ruckelige Zoom-Calls oder schnelle Gespräche mit Freunden. CooMeet verspricht aber etwas ganz anderes: „Authentische“ Verbindungen, hübsche Frauen und knisternde Erotik per Webcam. Die Seite wirbt damit, die ultimative Plattform für Männer zu sein, die Frauen treffen wollen. Aber mal ehrlich: Wenn eine Seite im Jahr 2025 immer noch so tut, als würden Supermodels nur darauf warten, mit mir vor der Kamera zu plaudern, werde ich misstrauisch.
Als investigativer Blogger, der schon so manche „Traumfrau“ als Chatbot enttarnt hat, habe ich mir CooMeet genauer angesehen. Ich habe mich nicht von den hübschen Vorschaubildern blenden lassen, sondern bin tief in das eingetaucht, was die meisten Nutzer ignorieren: das Kleingedruckte. Und was ich dort in den „User Agreements“ gefunden habe, lässt bei mir alle Alarmglocken schrillen – egal ob ihr in Berlin, Wien oder Zürich sitzt. Schnallt euch an, denn diese „Reise“ führt uns direkt in ein juristisches Labyrinth zwischen Belize und Zypern, bei dem am Ende nur einer gewinnt: der Betreiber.
Bevor wir mit dieser Rezension fortfahren, möchte ich Ihnen drei Dating-Websites vorstellen, die wirklich funktionieren. Wir haben ihre Nutzungsbedingungen gelesen und wieder gelesen, andere Meinungen eingeholt und ich versichere Ihnen, dass sie nichts mit anderen Seiten wie denen in dieser Rezension zu tun haben. Probieren Sie sie aus und teilen Sie uns Ihre Erfahrungen in den Kommentaren mit!
Wie funktioniert CooMeet?
Das Prinzip von CooMeet ist simpel: Mann (in den AGB „Man“ genannt) trifft Frau („Girl“). Es ist ein klassischer 1-zu-1 Videochat. Man klickt auf Start, die Kamera geht an und man wird mit einer zufälligen Dame verbunden. Klingt unkompliziert, oder? Doch der Teufel steckt im Detail.
Schon bei der Registrierung fiel mir eine Klausel in den Nutzungsbedingungen auf, die mich stutzig machte. Laut Punkt 2.2 der AGB macht das System bei der Anmeldung automatisch ein Foto von mir, um es als Avatar zu nutzen. Datenschutz nach deutschem oder schweizerischem Standard sieht definitiv anders aus.
Noch viel brisanter ist aber, wie die Seite ihre weiblichen Nutzer rekrutiert. Während ich mich als Mann einfach so anmelden kann, verlangt CooMeet von den Frauen („Girls“) laut Punkt 2.3 die Angabe ihrer Passdaten. Warum sollte eine normale Frau, die einfach nur chatten will, ihren Reisepass bei einer Dating-Seite hochladen müssen? Das deutet für mich ganz stark darauf hin, dass es sich hier nicht um normale Nutzerinnen handelt, sondern um Models oder Angestellte, die vertraglich gebunden sind. Das zerstört die Illusion eines „zufälligen“ Flirts komplett.
Was kostet CooMeet?
Kommen wir zum schmerzhaften Teil: dem Geld. CooMeet arbeitet mit einem ausgeklügelten System, das darauf ausgelegt ist, euch erst anzufüttern und dann abzukassieren.
Ich habe mir die Preisstruktur in den Bedingungen (Punkt 6.7) angesehen, und die Preise sind gesalzen. Es gibt zwar „Schnupperangebote“, aber die laufen schnell ins Geld.
Die Kostenfalle im Detail
- Der Einstieg: Ein „3 Tage Trial“ kostet 2,97 USD (ca. 2,70 € / 2,60 CHF) und gibt euch mickrige 10 Minuten.
- Das Abo: Ein Monat kostet regulär 9,99 USD, beinhaltet aber nur 20 „Gratis-Minuten“.
- Der wahre Preis: Sobald diese Inklusiv-Minuten weg sind (und das geht rasend schnell), müsst ihr „Extra Minutes“ kaufen. Und jetzt haltet euch fest: Eine Minute kostet 0,50 USD.
Rechnen wir das mal hoch: Eine Stunde Videochat kostet euch 30 Dollar (ca. 27 Euro). Für dieses Geld bekommt ihr in München oder Salzburg ein anständiges Abendessen, statt pixelige Videobilder.
Besonders dreist finde ich Klausel 6.8: Die Firma behält sich das Recht vor, die Zahlungsbedingungen „jederzeit ohne Vorwarnung“ zu ändern. Ihr kauft also die Katze im Sack. Zudem sind die gekauften Minuten laut Punkt 8.3 nicht erstattungsfähig, wenn ihr sie einmal ausgegeben habt („Spent minutes cannot be converted back into money“).
Ist CooMeet seriös?
Nach meiner Analyse der AGB und der Plattform muss ich sagen: Hier wird mit harten Bandagen gespielt. Technisch gesehen liefert die Seite einen Videochat, aber das „Drumherum“ wirkt auf mich hochgradig manipulativ.
Fake-Profile und geklaute Identitäten?
Warum sehen alle Frauen auf CooMeet aus wie Instagram-Models? Die Antwort habe ich in Klausel 9.14 gefunden. Dort steht schwarz auf weiß, dass die „Girls“ der Firma das Recht einräumen, ihre Bilder kostenlos für Werbung und Marketing zu nutzen. Das bedeutet, die Firma kann Profile erstellen oder Bilder nutzen, um Werbung zu schalten, die vielleicht gar nichts mit der realen Verfügbarkeit der Person zu tun haben.
Zudem habe ich bei meiner Recherche festgestellt, dass viele Profilbilder auch auf anderen Erotik- oder Webcam-Seiten auftauchen. Es wirkt so, als ob hier professionelle Webcam-Models als „normale Dating-Partnerinnen“ verkauft werden.
Die Firma hinter dem Vorhang
Wer betreibt das Ganze eigentlich? Laut Punkt 1.1 ist es eine Firma namens Gartwell Limited mit Sitz in Belize. Belize ist ein bekanntes Steuerparadies in Mittelamerika. Die Zahlungsabwicklung läuft aber laut Punkt 7.1 über Firmen in Zypern (DSM CYPRUS SERVICES LTD) und Großbritannien (COMEWEL LIMITED).
Dieses Firmengeflecht ist typisch für Seiten, die sich vor strengen europäischen Verbraucherschutzgesetzen (wie in Deutschland oder Österreich) drücken wollen. Versucht mal, eure Rechte in Belize einzuklagen – viel Erfolg!
Datenschutz-Albtraum: Der „Mystery Shopper“
Ein Punkt in den AGB hat mir Gänsehaut verursacht. In Klausel 5.4 steht, dass die Firma „Mystery Shopper“ einsetzt. Das bedeutet, Mitarbeiter der Firma können sich in eure Chats einklinken, um zu „prüfen“, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Stellt euch vor, ihr denkt, ihr habt ein privates Gespräch, aber eigentlich schaut gerade ein Mitarbeiter aus Belize zu. Privatsphäre? Fehlanzeige.
Automatische Verlängerung und Kündigung
In Klausel 7.3 heißt es zwar, man könne „jederzeit kündigen“, aber erfahrungsgemäß machen es solche Anbieter einem extrem schwer. Da die Abos sich oft automatisch verlängern, tappt man schnell in die Falle. Und da der Gerichtsstand Zypern oder Belize ist, hilft auch der lokale Verbraucherschutz kaum weiter.
Meine Meinung zu CooMeet
Ich rede nicht gerne um den heißen Brei herum: CooMeet ist für mich eine hochprofessionelle Geldverbrennungsmaschine. Die Tatsache, dass weibliche Nutzer ihre Passdaten hinterlegen müssen, beweist für mich, dass es hier nicht um Dating auf Augenhöhe geht, sondern um eine Dienstleistung, die von Models (oder Angestellten) erbracht wird. Das ist per se nicht illegal, aber es wird dem normalen Nutzer als „zufälliger Chat“ verkauft.
Die Preise von 0,50 Dollar pro Minute sind extrem hoch. Kombiniert mit den Klauseln, die der Firma erlauben, Preise jederzeit zu ändern und eure Chats durch „Mystery Shopper“ zu überwachen, kann ich nur sagen: Finger weg. Ihr zahlt hier Premium-Preise für eine Illusion. In der Schweiz, Österreich oder Deutschland gibt es genug Möglichkeiten, echte Menschen kennenzulernen, ohne dass im Hintergrund eine Uhr tickt, die euer Konto leerräumt.
F.A.Q
Ist CooMeet kostenlos?
Nein. Es gibt zwar eine kurze Testphase, aber die eigentliche Kommunikation kostet Geld. Eine Minute Videochat kostet 0,50 USD. Das summiert sich schnell auf 30 USD pro Stunde.
Sind die Frauen auf CooMeet echt?
Die AGB verraten, dass Frauen ihre Passdaten hinterlegen müssen. Das deutet darauf hin, dass es sich um bezahlte Models oder Darstellerinnen handelt, nicht um normale Nutzerinnen, die nach einem Date suchen.
Kann ich mein Geld von CooMeet zurückbekommen?
Laut den Nutzungsbedingungen (Klausel 8.3) sind ausgegebene Minuten nicht erstattungsfähig. Da die Betreiberfirma in Belize sitzt, ist es für Nutzer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz sehr schwer, rechtlich gegen sie vorzugehen.
Ist CooMeet sicher?
Ich habe Bedenken. Die AGB erlauben der Firma, „Mystery Shopper“ (Mitarbeiter) in eure Chats zu schicken. Zudem werden bei der Anmeldung automatisch Fotos von euch gemacht. Der Datenschutzstandard entspricht nicht dem, was wir in der EU gewohnt sind.
Wie kündige ich bei CooMeet?
Du musst die Kündigung direkt im Profil vornehmen, bevor sich das Abo verlängert. Sei vorsichtig: Lösche nicht nur die App, das beendet das Abo nicht! Bewahre unbedingt Screenshots deiner Kündigung auf.
Bevor wir mit dieser Rezension fortfahren, möchte ich Ihnen drei Dating-Websites vorstellen, die wirklich funktionieren. Wir haben ihre Nutzungsbedingungen gelesen und wieder gelesen, andere Meinungen eingeholt und ich versichere Ihnen, dass sie nichts mit anderen Seiten wie denen in dieser Rezension zu tun haben. Probieren Sie sie aus und teilen Sie uns Ihre Erfahrungen in den Kommentaren mit!






